Samstag, 26. Januar 2008

Wieder "Back in Hyerabad"

(Bildergallerie mit Klick aufs Bild)...

Nachdem H-san vor knapp 2 Monaten angekündigt hatte, dass ich wieder auf Tour bin, möchte ich jetzt wo ich zurück in Hyderabad bin, einige Updates geben. Für diejenigen die mich nicht kennen, ich bin Erti's Schwester.

Innerhalb der letzten 7 Wochen habe ich also 13 indische Städte abgeklappert. In India ist es ein Abenteuer zu reisen, ob man es mit dem Nachtbus tut, der bei 0-10 grad Aussentemperatur, aber im Bus keine Heizung hat und man sich den A...... abfriert, und wo der Fahrer auf eine Art und Weise überholt, dass hinter mir und einige Reihen vor mir die Frauen, regelrecht die Fenster öffnen mussten um sich zu übergeben, und naturlich wiederum eine eisige Kälte wieder den Bus einfrierte. Aber immernoch besser als der Geruch im Bus....
Dann die Zugfahrten, wo man auf jeder Haltestelle durch so manche Bettler, Teeverkäufer, Keksverkäufer und Priester die einem Gebete aufsagen für eine Gute Fahrt oder so, angequatscht wird. Die coolste Zugfahrt hatte ich von Agra (wo der Taj Mahal ist) nach Varanasi, der heiligsten Stadt Indiens, wo so manche Pilgerer im heiligen Ganges Fluss sich baden, oder die Zähne putzen, oder Tee aus dem Flusswasser machen oder Wäsche waschen und wo auch die Toten nach der Kremation in den Fluss gelegt werden. Ich muss sagen, ich habe nicht mal einen Zeh ins Wasser gesteckt, was eher daran lag, dass ich nicht scharf darauf war irgendwelche Bakterien abzubekommen.

Zurück zu der Zugfahrt: Da ich nach einem Tag in Agra schon genug hatte wollte ich so schnell wie möglich nach Varanasi weiter, welches ca. 10 Stunden Zugfahrt entfernt ist. Bloss alle Züge waren voll!!! Keine Chance sogar im teueren Wagen einen Platz zu finden. Und es ist doch schoen zu wissen, dass das Leben immer voller schöner Überraschungen ist. Und ich muss sagen, ich liebe Überraschungen!!! Da rede ich gerade mit dem Hotelbesitzer dass ich kein Ticket kaufen konnte, kommen gerade 2 Londoner daher, die auch im Hotel bleiben und auch in dieser Nacht nach Varanasi fahren werden. Sie steigen aber in den Zug in einer anderen Stadt ein und fahren nachts in ca. 2 Stunden los mit dem gemietetem Wagen hin. Obwohl ich die Typen nicht kenne, und an einen Bahnhof gehen werde ohne ein Ticket zu haben, und ohne Garantie in den Zug zu gelangen, entscheide ich mich mitzufahren. Mein 6. Sinn sagt mir, dass schon alles gut gehen wird. Welcome adventure!!

Wie vorausgesehen gibt es am Schalter nur Tickets für die 4. Klasse, wo man nur 100 Rupees (also 2 Euros) zahlt und keine Garantie hat einen Sitzplatz zu haben. Ich kaufe dieses Ticket um wenigstens einen gültigen Fahrausweis zu haben und frage dann den Schaffner im Zug mich auf 1 . Klasse "upzugraden" (gibt es dieses Wort im Deutschen?) Ich muss 900 Rupees draufzahlen, plus 300 Rupees die der Schaffner sich als "Schmiergeld" in die Tasche steckt. Na ja, das war aber kein Problem für mich, denn ich habe ja bekommen was ich wollte. Ich bekomme sogar Bettwäsche, ein Handtuch und eine Decke für die Nacht im Abteil und komme dann um 6 Uhr morgens in Varanasi an, wo wir dann wiederum 2 Stunden brauchen bis wir ein Hotel gefunden haben. :-))

Das Highlight meiner Reise war aber in Dharamsala, wo der Dalai Lama seinen Sitz im Exil hat und wo auch das Tibetische Exilparlament ist. Es war ein 3-jähriger Traum, den Dalai Lama zu Gesicht zu bekommen. Nachdem ich ihn schon in Belgien, Mongolei und Japan verpasst hatte, muss es wohl mein Schicksal gewesen sein, seine Vorträge in seiner Adoptivheimatstadt zu hören. Das Thema war ziemlich schwer und eher für eingefleischte Buddisten. Denn im Westen hält er eher Reden über Weltfrieden und den Buddismus, aber hier geht es richtig zur theoretischen Sache. Ich kann nicht behaupten dass ich alles verstanden habe. Aber das Beste war ja auch noch, einen Mongolischen Freund dort wiederzutreffen, der im Gandan Kloster Mönch ist, und den ich seit 1 1/2 Jahren nicht gesehen hatte. Denn diese Vorträge wurden auf besonderen Wunsch einer 150 köpfigen Mongolischen Delegation geführt, und ich habe mich sogar in den kleinen Saal reingeschliechen, wo nur die Delegation sitzt und den Dalai Lama von 4-5 Metern Entfernung sehen kann. Ihr könnt euch vorstellen wie glücklich ich war. Natürlich hat es geholfen dass ich vor 2 Jahren Mongolisch gelernt hatte und somit an den Security guards vorbeikommen konnte, weil ich zusammen mit Mongolen den Saal betritt. Aber Kameras und Handys waren leider nicht erlaubt, deswegen habe ich leider keine Fotos. Aber die Erinnerung bleibt ein Leben lang!